Korallenschutz - Reduktion von Ankerschäden

Hintergrund & Technik

Unachtsam ausgeworfene Bootsanker verursachen immer wieder grosse Schäden an Korallen, vor allem bei stark frequentierten Tauch- und Schnorchelplätzen. Mit dem aufsteigenden Tourismus kommen die Korallenriffe Zanzibars und der umliegenden Inseln zusätzlich unter Druck. Man sollte annehmen, Tauchorganisationen und die zuständigen Regierungsstellen hätten ein Interesse daran, die für sie und den Tourismus wichtigen Korallenriffe adäquat zu schützen. Viele Tauchorganisationen sagen jedoch, Ankerbojen und ihr Unterhalt seien für sie zu teuer. Und nicht einmal die bereits etablierten Schutzzonen (Marine Protected Aeras/MPA's) sind hier mit Bojen markiert, um sie für die Fischer kenntlich zu machen.

Aber wenn wir nur die Untätigkeit der Stakeholders monieren, bringt das den Korallenriffen leider nichts. Wir müssen selber etwas tun.

Unser Konzept ist einfach: Bei den beliebtesten Tauch- und Schnorchelplätzen werden fixe Ankerbojen installiert. Anstatt den Anker auszuwerfen, können die Bootsführer ihre Boote an den Bojen befestigen und so Schäden an Korallen verhindern. Die Fixierung auf dem Meeresgrund erfolgt mit dem sogenannten Hallas-Verankerungs-System. Dabei wird unter Wasser mit einem hydraulischen Bohrer ein ca. 60 cm tiefes Loch in den felsigen Untergrund gebohrt und ein Edelstahlstab einbetoniert.

Hydraulic underwater drilling
 

Pilotphase

Dank einem Projektbeitrag der holländischen NGO coralreefcare.com konnten wir im November 2013 sechs lokal hergestellte Bojen an den meistbesuchten Tauch- und Schnorchelplätzen in Jambiani/Paje installieren. Ziel der Pilotphase war, die Verankerungstechnik zu testen und zu beobachten, ob die Bojen das Auswerfen der Anker verhindern. Das Resultat ist überaus erfreulich. Täglich können wir beobachten, wie Tauchboote und Dows mit Touristen nun an den Bojen anlegen. Zudem haben wir erfahren, dass viele Bootsführer fehlbare Kollegen rügen und ihnen den Sinn der Bojen erklären.

 

Ausführungsphase

Aufgrund der positiven Erfahrungen verankern wir nun zusammen mit coralreefcare.com an allen neuralgischen Tauch- und Schnorchelplätzen auf den Inseln Zanzibars, Unguja, Pemba, Mnemba, Kwale sowie in Mafia insgesamt weitere 40 Ankerbojen. Darin enthalten sind auch Markierungsbojen für die Meeresschutzgebiete Misali auf der Insel Pemba sowie Chole Bay und Tutia Reef auf der Insel Mafia.

Alle Stakeholders (Regierungsinstitutionen, Tauchschulen, Fischereikomitees) haben ihre Unterstützung zugesagt. Das Material ist bestellt, und wir können die Bojen im Laufe 2016/17 installieren.

Karte Zanzibar (Unguja & Pemba) sowie Mafia
 
Start:
August 2013
Dauer: 2013 - 2018

Ziele:

- Reduktion von Ankerschäden an Korallenriffen
- Bewusstsein schaffen für den Schutz der Korallenriffe und der Meere
Partner: Coral Reef Care
Status: Pilotprojekt abgeschlossen. Inventar, Planung und Installation weiterer Bojen in Mnemba, Kwale, Pemba und Mafia. Regelmässige Kontrollen und Unterhalt der bestehenden Bojen.