Gesunde Korallenriffe sind für Mensch und Umwelt überlebenswichtig. Sie stellen eine wichtige Nährstoffquelle für die Lebewesen im Meer dar, sie ermöglichen Einkommen durch Fischerei und als Tourismusattraktion.
Weltweit stehen die Korallenriffe unter erhöhtem Stress. Auch die Riffe Sansibars sind akut bedroht: durch den Klimawandel und den damit verbundenen Anstieg der Meerestemperaturen, durch Überfischung, Verschmutzung, Ankerschäden, Tourismus und die Entwicklung der Küstengebiete.
Gemeinsam mit diversen Partner sowie der lokalen Bevölkerung setzen wir konkrete Massnahmen zum Schutz der Korallenriffe um.

Was wir tun
In der Lagune von Jambiani haben wir eine Korallenfarm aufgebaut, in der wir Korallen kultivieren, diese Technik lokal entwickeln und Farmer für die Unabhängigkeit ausbilden. Mit Korallen, die sich in der Lagune als resistent gegen hohe Temperaturen erwiesen haben, forsten wir beschädigte Riffe auf und zeigen der Bevölkerung die Bedeutung der Riffe auf.
Wir legen Wert auf eine hohe genetische Diversität. Ab 2026 starten wir ein Projekt zur sexuellen Korallenvermehrung — mit einem kostengünstigen Pop‑Up‑Labor und einfachen In‑situ‑Systemen zur Larvenansiedlung.
Um unstabile Riffe oder sandigen Meeresboden zu beleben, bauen wir künstliche Strukturen auf – Reef Stars – auf denen Meerestiere Schutz und einen Lebensraum finden.
2014 begannen wir mit dem Aufbau einer Korallenfarm in der Lagune von Jambiani — zunächst gedacht zur Zucht resistenter Korallen für den Aquariumhandel und als nachhaltige Einkommensalternative zur Fischerei. Die El‑Niño‑Ereignisse 2016 und 2017 führten jedoch zu massiven Korallenbleichen; dabei gingen mehr als 50 % der küstennahen Bestände verloren und unsere Aufzucht wurde wiederholt zerstört. Diese Erfahrungen zeigten deutlich, wie verletzlich die bisherigen Ansätze gegenüber steigenden Wassertemperaturen sind. Als Reaktion wandelten wir die Zucht für den Handel schrittweise in ein Wiederaufforstungsprogramm um.

Seither konzentrieren wir uns auf die Kultivierung von Korallen, die sich als hitzetoleranter erwiesen haben. Gleichzeitig legen wir grossen Wert auf genetische Vielfalt, um die Resilienz der Bestände zu erhöhen – siehe Genetische Diversität erhalten und sexuelle Vermehrung.
Unser Haus-Riff, welches massiv beschädigt wurde, war unser erster Patient. Ein künstliches, auf Reef Balls basierendes Riff, war ein weiteres Testgelände. Wir selektionieren und kultivieren wenn möglich Genotypen, die sich als resistenter gegenüber höheren Temperaturen erwiesen haben und achten dabei strikte auf grösstmögliche Biodiversität. Wir folgen massgeblich den Reforestation Guidelines von Coral Restoration Consortium (CRC) und insbesondere Baums et al. 2019.

Wir bauen unsere Aktivitäten sukzessive zu einem Kompetenzzentrum aus für die Wiederaufforstung von Korallenriffen in der Region des Westlichen Indischen Ozeans (WIO).
In einem Wiederaufforstungsprojekt auf den Philippinen gingen bei hohen Meerwasser-Temperaturen alle 15’000 ausgepflanzten Korallen ein. Normalerweise überleben bei solchen Katastrophen immer ein paar Korallen. Diejenigen, welche schon etwas angepasster sind und die richtige DNA haben. Aber in diesem Fall waren es ausschliesslich Klone, welche alle von demselben Brutstock kamen. Ein Desaster. Ohne Biodiversität kein Überleben!

Resultat der gefürchteten Korallenbleiche wegen zu hohen Wassertemperaturen.
Um eine hohe Diversität zu erhalten, haben wir uns zusammen mit unserem damaligen Partner Coral Reef Care entschlossen, einen neuen Weg zu beschreiten.
Wir sammeln ausschliesslich sogenannte ‘Corals of Opportunity’. Das sind Bruchstücke oder Korallen, die auf losen Steinen wachsen, wo sie keine weiteren Wachstumsmöglichkeiten haben. Es reichen kleine Stücke. Wichtig ist, dass wenn es sich bei zwei Stücken um dieselbe Spezie handelt, sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine unterschiedliche DNA haben. Z.B. weil sie 100 Meter entfernt voneinander gefunden wurden. Oder weil es sich um eine massiv oder encrusting Spezies handelt, welche kaum natürliche Klone produziert, wie das bei den branchy-Corals vorkommen kann. Da bricht immer mal wieder ein Stück ab und wird mit der Strömung fortgetragen. Wir erfassen die location jeder gefundenen ‘Coral of Opportunity’ damit wir genau wissen, woher eine Koralle ursprünglich herkam und dass wir dieselbe Location nicht mehrmals aufsuchen.
Corals of Opportunity auf dem Weg zur Farm.
Alle gesammelten Korallenstücke teilen wir pro Spezies und Genom in je maximal 20-25 kleine Fragmente auf. Diese kleben wir mit etwas Epoxy Kleber in einem separat gekennzeichneten Korallentisch-Sektor auf ein kleines Zement Plättchen. Wir wissen also genau, dass z.B. die grünliche Monitpora die wir am Ort XY gefunden haben, auf dem Tisch D im Sektor 3 ist. Die 20-25 neuen ‘Baby Korallen’ haben zwar nun alle auch das gleiche Genom (Erbgut) – sind auch nur Klone – aber durch eine kontrollierte Verteilung beim Transplantieren verhindern wir, dass mehrere Klone am gleichen Ort oder Riff ausgebracht werden.

Sektor mit 20 Montiporas.
Nun findet das eigentliche Korallen-Farming statt. Das Hegen und Pflegen der kleinen Baby-Korallen bis sie genügend gross sind um sie auf beschädigte oder tote Riff Strukturen zu transplantieren. Das dauert je nach Spezie und Wachstum ca. 25-40 Wochen.
40 solche Tische haben wir zurzeit.
Beim Transplantieren verwenden wir nie alle 20-25 Stücke am selben Riff, sondern immer nur 4-5 Stück, welche wir in einem Cluster (nahe beieinander) ausbringen. Da sie ein identisches Erbgut haben, können sie auch gut zusammenwachsen. Und sollten 1-2 der Tiere absterben, überlebt trotzdem etwas. Das Riff erwacht wieder zu Leben und unsere Arbeit hat sich gelohnt.
Ein Cluster (wahrscheinlich) Astreopora.
Wir konzentrieren uns zudem nicht auf nur wenige Spezies, wie das viele Organisationen tun, sondern versuchen, möglichst viele unterschiedliche Korallen zu kultivieren. Damit erhalten wir nicht nur die Biodiversität bei der Wiederaufforstung, wir fördern sie aktiv.

Transplants nach 2 Jahren auf unserem Hausriff.
Pro Jahr transplantieren wir zurzeit ca. 8-10’000 Korallen. Drückt uns die Daumen, unterstützt uns finanziell und produziert möglichst wenig CO₂, damit die Wassertemperaturen nicht noch weiter ansteigen und unser Engagement zunichtemachen!
Um die Diversität zu steigern und weitere wissenschaftliche Erkenntisse zu gewinnen, arbeiten wir an der sexuellen Korallenvermehrung — mit einem kostengünstigen Pop‑Up‑Labor und einfachen In‑situ‑Systemen zur Larvenansiedlung.


Seit 2024 sind wir daran, bei gezielten Nachttauchgängen während Spawning‑Events Gameten zu sammeln und einen regionalen Spawning-Kalender zu erstellen. In einem zweiten Schritt werden wir die an den Spawning-Events gesammelten Gameten im Labor befruchten und die Larven bis zur Besiedlungsreife aufziehen. So erzeugen wir genetisch vielfältige, widerstandsfähige Korallenableger für die Wiederaufforstung degradierter Riffe. Bewähren sich die Methode, führen wir ein systematisches Monitoring durch und bilden lokales Personal zu Trainer*innen aus, um die Methode in der gesamten WIO‑Region zu verbreiten.
Bei Massenspawnings sammeln wir bei gezielten Nachttauchgängen Gameten; Ei und Spermien mehrerer Mutterkolonien werden kombiniert, um die genetische Vielfalt zu maximieren. Die Befruchtung erfolgt dann kontrolliert in einem Pop‑up‑Labor. Die Gameten werden mit gefiltertem Meerwasser vermischt, die Embryonenentwicklung unter dem Mikroskop überwacht und überschüssige Spermien sowie Verunreinigungen entfernt. Befruchtete Embryonen verbleiben in spezialisierten Larvenkulturbehältern unter geregelter Temperatur und Licht, bis die Larven das Besiedlungsstadium erreichen.
Anschliessend übertragen wir die Larven auf vorbereitete Substrate (Korallenfragmente oder speziell präparierte Oberflächen). Nach Anheftung und Stabilisierung wachsen die juvenilen Korallen weiter. Sobald sie ausreichend robust sind, erfolgt die Auspflanzung an geeigneten Riffstellen. Regelmässiges Monitoring begleitet die Nachverfolgung von Überleben und Integration der Auspflanzungen.
Da junge Korallen in freier Natur hohe Verlustraten aufweisen und klassische Laboraufzucht in vielen Regionen kostspielig ist, entwickeln und testen wir parallel ein einfaches, robustes In‑situ‑System zur Ansiedlung und Aufzucht juveniler Korallen. Ziel dieses Systems ist es, Überlebensraten und Wachstum zu verbessern und die Methode vor Ort praktikabel zu machen.
marinecultures.org wird wissenschaftlich begleitet von Dr. Ashlee Lillis von Sound Ocean Since
Das Projekt kombiniert Forschung, Praxiserprobung und Wissenstransfer, um langfristig robuste Korallenpopulationen aufzubauen.
Reef Stars (Riffsterne) sind modulare Strukturen, die als Substrat für die Ansiedlung junger Korallen dienen. Sie bieten vor allem für verzweigte (branching) Korallenarten stabile Anheftungsmöglichkeiten und schaffen lokal sofort Habitatkomplexität, die sonst fehlt. Wegen des höheren Materialbedarfs und der Kosten bleiben Reef Stars für uns eine ergänzende Methode. Sie sind aber eine ausgezeichnete Variante der Aufforstung, wenn am Meeresgrund keine natürliche Felsstruktur vorhanden ist (nur Sand, Kies oder weiche Sedimente).



Die Sterne bestehen aus robusten beschichteten Armierungseisen, die wir auf sandigem Grund verankern. Wir befestigen gezielt Korallenfragmente von Acroporas; verzweigte Arten profitieren besonders von der dreidimensionalen Struktur. Detaillierte technische Beschreibung und Designprinzipien finden sich bei MARS Coral Reef Restoration.
«Wir helfen den Riffen, sich zu erholen»
Okala, früherer Projektleiter und Korallenzüchter bei marinecultures.org:
„Die Umwelt hier hat sich verändert. Es gibt immer weniger Tintenfische, Fische, Schalentiere und Korallen. Viele Pflanzen und Meerestiere leiden unter den hohen Temperaturen und dem Klimawandel. Vor nicht allzu langer Zeit war die Lagune ein gesunder Lebensraum für Fische; aber wenn die Korallen sterben, lebt dort nichts mehr.
Wir versuchen, die Korallenriffe wieder aufzuforsten, was eine grosse Aufgabe ist. In unserer Korallenfarm züchten wir Steinkorallen mit verschiedenen Techniken. Wir konzentrieren uns auf die Wiederaufforstung und helfen den Riffen, sich zu erholen. Wir ersetzen die Korallen auf Riffen, die durch den Klimawandel und nicht nachhaltige Fischereipraktiken zerstört wurden.“
«Die Lagune war einst reich an Leben»
Okala, Korallenzüchter und Projektleiter bei marinecultures.org, erzählt von den Veränderungen an der Küste Sansibars und von seiner Arbeit mit den Korallen- und Schwammfarmen.
«Als ich etwa zehn Jahre alt war, fing ich an, im Meer zu spielen, unten am Strand von Jambiani. Mein Vater war Fischer, wie auch schon sein Vater vor ihm. Er nahm mich mit zum Riff, wo er Tintenfische fing, Seegurken und andere Arten von Meerestieren sammelte. So habe ich von ihm gelernt, zu fischen oder zu fangen. Aber die Dinge haben sich verändert. Das Meeresleben, das wir früher hatten, ist jetzt völlig anders.
Schauen Sie sich die Situation in der Lagune an. Früher war das Leben hier gut, weil die Fischer genug fangen konnten. Heute gibt es immer weniger Fische in der Lagune. Die Fallen bleiben oft leer. Deshalb arbeite ich jetzt in diesem Projekt.
Die Fischer müssen ausserhalb der Lagune fischen gehen. Ausserhalb des Riffs ist es etwas einfacher, Fische zu finden. Manchmal fangen sie sogar riesige Fische wie Gupa. Wie Sie sehen, ist das Meer heute ruhig und Sie können gut hinausgehen. An anderen Tagen kann der Indische Ozean da draussen sehr rau sein. Niemand kann bei solchen Wellen rausgehen. Selbst in der Saison jetzt kämpfen die Fischer mit ihren kleinen Booten manchmal ausserhalb des Riffes.
Die Dema-Fischfalle ist eines der wichtigsten Geräte für den Fischfang hier. Sie ist typisch für Sansibar und wird aus Palmblättern und Holz hergestellt. Wenn der Fang gut ist, hat der Fischer genügend Einkommen und kann sogar manchmal versuchen, Tintenfische oder andere Arten zu fangen. Als Fallenfischer ist er auf seine Dema angewiesen.
Die Umwelt hat sich hier verändert. Es gibt immer weniger Tintenfische, Fische, Schalentiere, Korallen und andere wichtige Arten. Viele Pflanzen und Meerestiere sind bereits tot, andere leiden unter den hohen Temperaturen und dem Klimawandel. Es scheint, das Einzige, was wir tun können, ist abzuwarten bis sie sterben. Ein grosser Teil der Lagune, die einst reich an Leben war, wie der tiefere Lagunenkanal, hat heute Probleme. Vor nicht allzu langer Zeit war es ein sehr gesunder Lebensraum für Fische; aber wenn die Korallen sterben, lebt dort nichts mehr.
Die Umweltveränderungen sind für uns auf Sansibar ein ständiges Problem. Die hohen Temperaturen bringen die Korallen mit der Zeit zum Ausbleichen; wenn sie sterben, dann verschwinden die Fische. Zudem führt die Überfischung des Ozeans zur Schwächung des Ökosystems im Meer. Der Verlust der biologischen Vielfalt hat katastrophale Auswirkungen auf die Wirtschaft an den Küsten. Wenn das Meeresleben arm wird, dann verarmen auch die Menschen, die davon abhängig sind.
Ich hoffe, wir erkennen bald, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen das Ergebnis menschlicher Aktivitäten sind. Wir müssen unser Verhalten ändern, um die Umwelt zu schützen.
Eine weitere Herausforderung an der Küste sind die Abfälle an den Stränden und im Wasser. Einheimische und sogar Hotels entsorgen dort Müll. Jeden Morgen findet man am Strand Müll. Das schadet den Meerestieren. Und es schadet den Menschen, die im Meer Seegras züchten oder Tiere zum Essen sammeln.
Unsere Strände sind auch mit Plastik übersät, das von weit entfernten Orten hierher gekommen ist. Weltweit zirkulieren mehr als neun Milliarden Tonnen Plastik und nur ein kleiner Teil wird recycelt. Niemand weiss, wie viel Plastikabfall in den Ozeanen landet, wo er schätzungsweise Hunderte von Jahren erhalten bleibt. Plastik schädigt fast 700 Meeresarten und tötet jedes Jahr Millionen von Tieren, wenn sie es aufnehmen oder sich darin verfangen.
Wir versuchen jetzt, die Korallenriffe wieder aufzuforsten, was eine sehr grosse Aufgabe ist. Im vergangenen Jahr wurden viele unserer jungen Korallen durch die hohen Wassertemperaturen beschädigt. Wir hatten geplant, Zuchtkorallen international für den Einsatz in Aquarien zu verkaufen, mussten aber wegen des Klimawandels und zu hoher Wassertemperaturen aufgeben. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Wiederaufforstung. Wir helfen den Riffen bei der Erholung. Wir ersetzen die Korallen auf Riffen, die durch den Klimawandel und nicht nachhaltige Fischereipraktiken zerstört wurden.
In unserer Korallenfarm züchten wir Weich- und Steinkorallen mit verschiedenen Techniken. Wir stecken die Weichkorallen auf dünne Stäbchen. Wir kleben die Steinkorallen direkt auf kleine Scheiben. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Reinigung der Korallentische, mit Werkzeugen oder nur mit unseren Händen, um die Ablagerungen und Algen zu entfernen, die das Wachstum der Korallen einschränken.
Eine weitere Aufgabe, die ich habe, ist es, die Schwammfarmerinnen zu unterrichten. Wir schulen neue Farmerinnen, um Meeresschwämme auf nachhaltige Weise zu züchten. Ich bringe ihnen bei, wie man Meeresschwämme züchtet, ohne die Umwelt zu schädigen oder die natürlichen Arten negativ zu beeinflussen. Mein Ziel ist es auch, diesen Frauen zu helfen, indem ich ihnen eine Fähigkeit gebe, mit der sie eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien schaffen können.
Ich bin hier, um das Bewusstsein in meiner Gemeinschaft und in meiner Familie zu wecken. Die verfügbaren Ressourcen sind nicht alle für uns, wir sind für unsere zukünftigen Generationen verantwortlich. Wir müssen sicherstellen, dass wir unseren Kindern genügend Ressourcen zur Verfügung stellen. Wir müssen sie wissen lassen, dass sie nicht die Eigentümer sind und dass wir alle zusammen bis zum Ende der Welt für die Umwelt verantwortlich sind.»
Die Erzählung von Okala stammt aus dem Film „Bahari Salama“.
>> Okala im Dokofilm Bahari Salama
Mit Projektpartner Mwambao und Coralreefcare haben wir zwischen 2014 und 2024 «Reef balls» erstellt, im Meer platziert und dadurch Habitat geschaffen für die Wiederansiedlung von Meerestieren und Korallen.
2014 wurden wir von der Zanzibari NGO Mwambao Coastal Community Network für eine Kooperation im Reef-Ball-Projekt angegangen. Dank unserer Basis in Jambiani, unserem Team und unserem Korallenzucht-Projekt sind wir Projektpartner geworden und haben die Projektleitung vor Ort übernommen.
«Reef balls» sind hohle, mit vielen Löchern versehene Halbkugeln aus Beton und werden benutzt, um abgestorbene Riffe neu zu beleben oder einen sandigen leblosen Meeresboden mit einem künstlichen Korallenriff zu versehen. Weltweit wurden schon über 500’000 Riffbälle in über 55 Ländern eingesetzt (siehe www.reefball.org).
Schon eine Woche nach dem Versenken von Riffbällen siedeln sich Algen auf den Betonhalbkugeln an. Kurz danach kann man erste Tiere wie Schnecken, Würmer und diverse Larven auf ihnen entdecken. In den künstlichen Höhlen suchen Krabben und Krebse Schutz. Fische nutzen die Deckung und finden gute Brutplätze, Korallen siedeln sich auf der Oberfläche an. Am schnellsten geht die Besiedlung, wenn man vorgängig kultivierte Korallen auf den Riffbällen befestigt. Sie wachsen darauf fest und breiten sich aus.





Bei populären Tauchplätzen haben wir Ankerbojen installiert, damit die Bootsführer ihre Boote an den Bojen befestigen, anstatt beim Ankerauswerfen die Korallen zu schädigen.
Unachtsam ausgeworfene Bootsanker verursachen immer wieder grosse Schäden an Korallen, vor allem bei stark frequentierten Tauch- und Schnorchelplätzen. Mit dem aufsteigenden Tourismus kommen die Korallenriffe Zanzibars und der umliegenden Inseln zusätzlich unter Druck. Man sollte annehmen, Tauchorganisationen und die zuständigen Regierungsstellen hätten ein Interesse daran, die für sie und den Tourismus wichtigen Korallenriffe adäquat zu schützen. Viele Tauchorganisationen sagen jedoch, Ankerbojen und ihr Unterhalt seien für sie zu teuer. Und nicht einmal die bereits etablierten Schutzzonen (Marine Protected Aeras/MPA’s) sind hier mit Bojen markiert, um sie für die Fischer kenntlich zu machen. Aber wenn wir nur die Untätigkeit der Stakeholders monieren, bringt das den Korallenriffen leider nichts. Wir müssen selber etwas tun.
Unser Konzept ist einfach: Bei den beliebtesten Tauch- und Schnorchelplätzen werden fixe Ankerbojen installiert. Anstatt den Anker auszuwerfen, können die Bootsführer ihre Boote an den Bojen befestigen und so Schäden an Korallen verhindern. Die Fixierung auf dem Meeresgrund erfolgt mit dem sogenannten Hallas-Verankerungs-System. Dabei wird unter Wasser mit einem hydraulischen Bohrer ein ca. 60 cm tiefes Loch in den felsigen Untergrund gebohrt und ein Edelstahlstab einbetoniert.
Aufgrund der positiven Erfahrungen aus einer Pilotphase verankerten wir im an diversen neuralgischen Tauch- und Schnorchelplätzen auf den Inseln Zanzibars, Unguja, Pemba, Mnemba, Kwale sowie in Mafia insgesamt 40 Ankerbojen. Darin enthalten sind auch Markierungsbojen für die Meeresschutzgebiete Mnemba Island sowie Chole Bay und Tutia Reef auf der Insel Mafia.







