Ein grosser Schritt für marinecultures.org
Mit dem Start unseres Co-Fisheries-Management-Programms beginnt für marinecultures.org eine neue dreijährige Phase. Gemeinsam mit den Küstengemeinschaften wollen wir in sechs Dörfern an der Ostküste Sansibars (Bwejuu, Kigaeni, Kibigija, Kajengwa, Kikadini und Paje) daran arbeiten, wie Fischerei langfristig nachhaltig gestaltet werden kann.

Was bedeutet Co-Management?
Co-Management bedeutet, dass Fischerei nicht allein von staatlichen Stellen geregelt wird, sondern gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet wird. Fischerinnen und Fischer, lokale Gemeinschaften, staatliche Behörden und NGOs wie marinecultures.org arbeiten zusammen, um Entscheidungen über die Nutzung der marinen Ressourcen zu treffen.
Dieses Project erfolgt in Partnerschaft mit Blue Ventures, welchen diesen Ansatz als eine Form der Zusammenarbeit zwischen lokalen Gemeinschaften und Regierung beschriebt. Dabei können die Menschen vor Ort, welche von marniencultures.org unterstützt werden, ihre Erfahrungen und ihr Wissen einbringen, während Behörden den rechtlichen und institutionellen Rahmen schaffen.
Gerade in Sansibar ist dieser Ansatz nicht neu: Co-Management ist bereits seit 1991 Bestandteil der Fischereigesetzgebung. In der Praxis wurde jedoch lange nach Wegen gesucht, wie lokale Gemeinschaften sinnvoll und dauerhaft in die Bewirtschaftung einbezogen werden können.

Was wird gemeinsam gemanagt?
Im Mittelpunkt stehen die Fischbestände, die Fischerei und die Lebensräume, von denen sie abhängig sind. Dazu gehören beispielsweise Korallenriffe und andere wichtige Küstenlebensräume.
Gemeinsam kann festgelegt werden, wo, wann und wie gefischt wird. Mögliche Massnahmen sind beispielsweise zeitlich begrenzte Fischereischliessungen, bestimmte Regeln für Fanggeräte oder der Schutz ausgewählter Gebiete. Daraus resultieren beispielsweise gemeinschaftlich organisierte, temporäre Schliessungen von Fischereigebieten, insbesondere für die Oktopusfischerei.
Von Daten zu gemeinsamen Entscheidungen
Ein wichtiger Bestandteil des Co-Managements ist Wissen. Daten über Fangmengen, Fischbestände und die Situation der Fischerei sind notwendig, um Managementmassnahmen sinnvoll zu entwickeln. Gleichzeitig werden die Erfahrungen und Vorstellungen der lokalen Bevölkerung einbezogen.
Unser Ziel in den sechs Dörfern ist deshalb nicht, von aussen fertige Lösungen vorzugeben. Wir wollen gemeinsam mit den Gemeinschaften verstehen, was funktioniert, was verändert werden muss und welche Regeln langfristig getragen werden können. Jedes Dorf hat seine eigenen Herausforderungen und Potenziale.
Für marinecultures.org ist dieser Start ein wichtiger Schritt: weg von einzelnen Massnahmen – hin zu einem langfristigen, gemeinschaftlich getragenen Management der Küstenressourcen.









