Pilotstudie Menstruations-Schwämme Ushongo/Tanzania abgeschlossen

20.04.2019

In Tanzania haben viele Frauen keinen Zugang zu Hygieneartikel. Binden sind zwar immer mehr verfügbar, aber für viele Frauen zu teuer. Zudem existiert vielerorts keine adäquate Abfallentsorgung. Menstruationsschwämme wären eine nachhaltige Lösung, mit der nebenbei lokale Arbeitsplätze aufgebaut werden könnten.

Die Schwämme aus Jambiani wurden getestet und für gut befunden. Aber wir konnten leider keinen Business-Case ausmachen! Die Farmerinnen verdienen ihr Geld bei der Kultivierung, also dem Grosswerden des Schwamms. Die Grösse von Menstruationsschwämmev entspricht aber gerade mal der Grösse eines "Setzlings".

In Ushongo/Tanzania haben wir vor langer Zeit eine Spezies gefunden, die für die lokalen Verhältnisse geeignet sein könnte. Mit einer Test-Schwammfarm wurde über mehr als ein Jahr eine Machbarkeitsstudie gemacht, die aus verschiedenen Gründen aber leider negativ ausging.

BMU meeting

Vorstellung der Projektidee beim lokalen Fischerei-Komitee von Ushongo (BMU)

  • Es konnten nicht genügend Schwämme für den Start der Testproduktion lokalisiert werden. Für eine nachhaltige Produktion muss die zu kultivierende Schwammspezies weit verbreitet sein, damit aus der Natur ausreichend Schwamm-Fragmente für den Aufbau eines Brutstocks entnommen werden können, ohne die natürlichen Bestände zu schädigen.
  • Die lokalen Bedingungen im Gebiet Ushongo/Pangani haben sich als miserabel herausgestellt. Über den grossen Teil des Jahres herrscht schlechte Sicht (Visibility), weil der nahe Fluss viel Sediment mit sich bringt. Meistens sah man die Schwämme selbst in der Farm nicht, da die Sicht unter 1 Meter war! Aus dem gleichen Grund konnten auch keine lebenden Exemplare der gewählten Spezies im Meer gefunden werden, obwohl diese in abgestorbener Form am Strand reichlich zu finden sind.

Weil die gewählte Spezies sowie die Anbaubedingugen vor Ort sich aus oben genannten Gründen nicht für die Produktion von Menstruations- und Badeschwämmen eignen, wurde das kleine Pilotprojekt anfangs 2019 abgeschlossen. Herzlichen Dank nochmals an Pippilotti Rist, an die Lighthouse Foundation sowie an die Stiftung Nord-Süd-Brücken, Berlin. Wir bleiben dran.

Ushongo Airport

Warten auf dem "Flughafen" von Ushongo für die Rückreise nach Zanzibar

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